, Anonym

Nachruf für den Freilassinger Radsport – Pionier Günther Kummer

Zum Ableben des Gründers des Radsportvereines RSV Freilassing. Die Garage an der Matulus- Straße in Freilassing war den Radsportlern aus dem Salzburger- und dem Berchtesgadener Land schon seit der frühen Nachkriegszeit bekannt.

Zum Ableben des Gründers des Radsportvereines RSV Freilassing.

Die Garage an der Matulus- Straße in Freilassing war den Radsportlern aus dem Salzburger- und dem Berchtesgadener Land schon seit der frühen Nachkriegszeit bekannt.

Dort war jeden Sonntagmorgen um acht Uhr Treffpunkt zur gemeinsamen Ausfahrt mit den Rennrädern. Aber losgefahren wurde erst nach einer genauen Überprüfung der Sportgeräte. Luftdruck, Kettenlauf, Naben- und Steuersatz-Spiel, Felgenzentrierung mussten stimmen, die Bremsseile mussten geölt sein und durften keine abstehenden Litzendrähte aufweisen. Vorsichtshalber wurden bewegliche Teile nachgeölt und mit einem Lappen saubergewischt. 

Günther Kummer nahm es sehr genau mit den Präzisionsinstrumenten, die er in den Rennrädern sah. „Vorn a Radl, hint’ a Radl und dazwischen a Stiegenglander“, dieser landläufigen Auffassung von einem modernen Rennrad trat er entschieden entgegen.

Wer in seiner Gruppe mitfuhr, der hatte immer bestens gepflegtes Material.

Dafür sorgte Günther Kummer. Sein Name war ein Begriff in Radsportkreisen. Verlangt hat er nie etwas für seine Tätigkeit. Sein Stolz war es, wenn ein Rennfahrer mit einem von ihm gepflegten Rad siegreich war. 

Schon seit seiner Schulzeit in Graz war Günther Kummer ein Fahrrad-Fan. Schulranzen daheim in die Ecke – und ab zum Radl- Mechaniker, wo er Fahrräder herrichten durfte und bald für das Zentrieren der Felgen zuständig war. „Die Räder müssen laufen wie ein Bohrkopf“ , war einer seiner Standartsprüche. Seine Tätigkeit als Mannschaftsbetreuer eines Grazer Vereinsteams wurde von den Kriegswirren unterbrochen. Bei seinem Einsatz im Maschinenraum eines Kriegsschiffes eignete er sich weiteres technisches Hintergrundwissen an. 

Nach einem überlebten Schiffsuntergang und einer schweren Kopfverletzung verschlug es ihn schließlich nach Freilassing.

Nach Kriegsende baute er sogleich eine Radsportgruppe auf, förderte junge Radsportler und trat zunächst zusammen mit seinem Sohn Jonny dem RSV Traunstein bei, später dann dem RSV Berchtesgadener Land.

Im Jahr 1980 gelang es ihm mit Hilfe des 1.Vorstandes des RSV Traunstein, Herrn Hans Reithmayer, einen eigenen Radsportverein zu gründen, wobei er den Rennsportler Heinz Sedlaczek als ersten Vorstand gewinnen konnte. Seither gibt es den Radsportverein Freilassing e.V.. 

Mit seinem kostenlosen Rad – Service gewann er immer mehr Vereinsmitglieder und so reichte bald seine Garage als Werkstatt nicht mehr aus. Im Kellerabteil und in der Wohnung gab es Spezialwerkzeuge und Ersatzteile, Montage – und Zentrierständer.

Seine technische Ausrüstung war immer auf der Höhe der Zeit, und sein Fachwissen unerschöpflich. . Er konnte stundenlang über Rennräder und Rennsport fachsimpeln, ohne sich zu wiederholen.

Mit Günther Kummer hat eine von einer Idee beflügelten Persönlichkeit diese Welt verlassen. Die Freude am Radsport wollte er der Welt vermitteln.

Sein Lebenswerk, der Radsportverein Freilassing, wird diese Idee weitertragen.

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  20 Jahre - Gedenken an den Gründer